Lady Kassandra erzieht ihren Sklaven

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Der Putzmann

»Ich bin die Lady Kassandra und du bist nichts, Albrecht.« Ihre Stimme drang scharf aus dem Telefon. »Du wirst mir in allem gehorchen!«

Albrecht war zusammen gezuckt, als sie ihn so unvermittelt heftig angesprochen hatte. Er hatte ihre Nummer gewählt, um genau das zu hören. Wo er es jetzt hörte, war es doch erschreckend. Er presste den Hörer dichter ans Ohr und spürte seine Handfläche schweißfeucht werden.

»Antwortest du mir!«, herrschte ihn Lady Kassandra an.

»Natürlich«, brachte er heraus und fühlte einen Schauer über seinen Rücken rieseln – eine Mischung aus Furcht vor ihr und dem Verlangen, ihr zu gefallen.

»Was wirst du für mich tun?«

»Alles, was du willst, Lady Kassandra.«

»Dann hol´ dir einen Eimer Wasser und einen Lappen.«

»Ja, Lady Kassandra.«

»Du wirst heute putzen, denn hier ist es sehr schmutzig. Du hast mich vernachlässigt.«

Wieder zuckte Albrecht zusammen.

»Dafür hast du einen Hieb verdient. Mit der Gerte auf die Schulter!«

Albrecht nahm es hin. Was blieb ihm auch anderes übrig? Sie war seine Herrin. Er holte einen Eimer und einen Scheuerlappen und meldete ihr den Vollzug ergeben ins Telefon.

»Gehorsamer, kleiner Sklave. Jetzt wirst du meinen Thron und alles drumherum reinigen. Ich werde jede deiner Bewegungen genau beobachten. Fang mit den Treppenstufen an.«

Albrecht bückte sich, tauchte den Lappen in den Eimer, wrang ihn sorgfältig aus und begann die Treppenstufen zu Lady Kassandras Füßen zu scheuern.

»Ein gebeugter Männerrücken vor meinen Füßen ist immer wieder ein schöner Anblick«, hörte er sie milde spotten. »Bleib´ schön vor mir knien und zeige mir deinen Rücken. Ich setze sogar noch meinen Fuß drauf und drücke dich nieder.«

Sie tat es, und Albrecht sackte ein Stück in sich zusammen.

»Hör´ ja nicht auf zu putzen.«

»natürlich nicht, Lady Kassandra.«

»Ein Streich mit der Gerte wird dich daran erinnern, was du zu tun hast.«

Albrecht senkte den Kopf tiefer. Er musste gehorchen. Gehorsam und Unterwerfung, das waren Lust und Schmerz zugleich. Er fürchtete sich vor weiteren Schlägen und wollte deshalb alles richtig machen und zugleich sehnte er sich auch danach. Zwei Teufel kämpften in seiner Brust, während er die Thronstufen wischte und dabei Lady Kassandras spitzen Absatz auf seinem Rücken fühlte. Ihm brach der Schweiß aus. Die Ärmel seines Hemds wurden nass, wenn er den Lappen in den Eimer tauchte, aber er hörte erst auf, als der schwarze Marmor der Stufen blitzte und blinkte.

Er gönnte sich eine winzige Pause, um sich einmal mit der schmutzigen Hand über die schweißnasse Stirn zu wischen, bevor er sich dem Thron selbst zu wandte. Mit einer gehörigen Portion Ehrfurcht wischte er über die schwarzen, hölzernen Beine des Throns, die in Löwenpfoten endeten.

»Du stinkst nach Schweiß. Ich kann deine Furcht riechen.«

»Lady Kassandra.«

»Ich mag das, wenn meine Sklaven Furcht vor mir haben.«

»Das habe ich, Lady Kassandra.«

»Es gefällt dir, wenn ich streng zu dir bin?«

»Du bist gut zu mir, Lady Kassandra.«

»Das wirst du gleich sehen. Hör´ ja nicht auf zu putzen, sonst wirst du mich kennen lernen. Den Hieb hast du verdient. Wenn du nicht vorsichtig bist, mit dem, was du sagst, prügele ich dich, bis dir das Hemd in Fetzen vom Leib hängt.«

»Ich gebe mir alle Mühe, Lady Kassandra.« Albrecht senkte den Kopf so tief, bis er mit der Stirn den Boden berührte.

Der spitze Hacken bohrte sich weiter in seinen Rücken. Ohne hinzusehen, setzte er seine Arbeit fort. Mit den Händen tastete er den Stuhl entlang, wischte über seine Oberfläche und stellte sich dabei die Lady Kassandra vor, wie sie auf einem roten Kissen auf der geschnitzten Sitzfläche des Throns saß. Die blasse Haut leuchtete geisterhaft über ihrem glänzendem Latexkleid. Sie trug an jedem ihrer Finger einen Ring, die er noch nie küssen durfte – diese Belohnung war ihm noch nie zu teil geworden. Sie hatte blondes zu einem strengen Pagenschnitt frisiertes Haar und längliches Gesicht auf einem schwanengleichen Hals.

Er kroch um den Thron herum und begann damit, die Rückseite abzuwischen. Immer wieder tauchte er den Lappen in dem Eimer, wrang ihn aus und wischte und wischte.

»Ich erwarte gründliche Arbeit. Sonst bekommt du meine Peitsche zu spüren«, sagte Lady Kassandra in einem freundlichen, beiläufigen Tonfall.

»Natürlich, Lady Kassandra.«

Sie machte sich nicht die Mühe nachzuschauen, ob er ihren Befehlen auch Folge leistete. Er war ihr Sklave und hatte ihr bedingungslos zu gehorchen. Wenn sie später Nachlässigkeiten feststellte, würde er es bitter bereuen. Albrecht wusste das und mühte sich.

»Vergiss nicht, unter dem Stuhl zu wischen!«

»Natürlich nicht, Lady Kassandra.«

Die Röte schoss ihm ins Gesicht. Hätte sie nichts gesagt, er hätte es übersehen. Eifrig wienerte er die Unterseite der Sitzfläche und den kalten Marmor zwischen den Stuhlbeinen.

»Ich will es dir recht machen, Lady Kassandra.«

»Das ist das Mindeste, was du tun kannst, du Wurm.«

»Ich entschuldige mich, Lady Kassandra.«

»Tu das und jetzt beeile dich.«

»Ich bin gleich fertig.« Er kroch wieder hinter dem Stuhl hervor und wischte nun den Boden rings um den Thron und die Stufen.

»Ich bin fertig, Lady Kassandra«, keuchte er ein paar Minuten später.

»Dann bis zu deinem nächsten Anruf.«